Wehende Whipala-Fahnen, welche die indigene Bevölkerung Südamerikas repräsentieren

„Die Isolation ist nicht nur geografisch“

„Die Isolation ist nicht
nur geografisch“

Ein Bericht über die Situation indigener Menschen in Nordargentinien: Diskriminierungsstrukturen, Perspektiven und Lösungsansätze.

12.10.2020

Argentinien

Hauptstadt: Buenos Aires
Sprachen: Neben der Amtssprache Spanisch gibt es eine Reihe weiterer Regionalsprachen, die von der indigenen Bevölkerung gesprochen werden
Einwohnerzahl: ca. 44,7 Millionen

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„Die Vergessenen der Corona-Pandemie“ lautete der Titel des Tagesspiegels am 08. August dieses Jahres.1 Die Zeitung bezog sich in dem Artikel auf indigene Völker, deren Tag weltweit am 09. August gefeiert wird. Im Jahr 2020 stand der Tag unter dem Motto COVID-19 und die Resilienz indigener Bevölkerungen.2 Der Tag sollte auf die besondere Betroffenheit indigener Völker in Bezug auf die Covid-19 Pandemie hinweisen. Extremereignisse wie Pandemien zeigen häufig historisch gewachsene Ungleichheiten auf bzw. verstärken diese. Daher beschäftigt sich dieser Beitrag nicht nur mit der aktuellen Corona-Lage, sondern mit verschiedenen Aspekten in Bezug auf indigene Bevölkerungen in ­Nordargentinien. Ideen zur Inklusion in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen, Stiftungsarbeit zur Verbesserung der Umstände, der öffentliche Diskurs, die Reaktion des Staates auf die Situation und Wünsche für die Zukunft sind angesprochene Thematiken.

Für diesen Artikel haben wir mit drei Menschen gesprochen, die ihre Blickwinkel auf die Situation indigener Menschen in der Provinz Chaco im Norden Argentiniens mit uns geteilt haben. Claudio Barrientos ist Gründer der Stiftung Fútbol por los Chicos, die mit indigenen Menschen zusammenarbeitet. Mariela Carrasco arbeitet als Übersetzerin in der Kleinstadt Castelli und ist Teil eines Netzwerks indigener Frauen. Liliana Núñez Andersen ist im Chaco aufgewachsen, hat 18 Jahre als Lehrerin gearbeitet und absolviert momentan einen Master in Internationalen Beziehungen mit Schwerpunkt Lateinamerika an der Universität Aalborg in Dänemark.

Die Vegetation des Gran Chaco Americano setzt sich aus Trockenwald, Dornbuschsavannen und Sukkulentenbeständen zusammen.3 Das Ökosystem beherbergt eine große Variation von Flora und Fauna, etwa 3400 Pflanzenspezies, 500 Vogelarten, 150 Säugetierarten, 120 Reptilien und 100 Amphibien. Viele dieser Lebewesen sind jedoch vom Aussterben bedroht, so wie der Riesenameisenbär, das Gürteltier oder der Tapir.4

Der Gran Chaco ist ein sehr artenreiches, aber auch eines der am stärksten beanspruchten Ökosysteme Lateinamerikas. Vor allem extensive Landwirtschaft und der Klimawandel haben zu viel Abholzung der Waldfläche, Schädigung des Bodens und dadurch zu einem Rückgang der Biodiversität geführt.5 In der argentinischen Provinz Chaco wurden zwischen 2016 und 2019 über 130.000 Hektar abgeholzt.6

Die aktuelle Lage im Chaco

Die Provinz Chaco liegt im Nordosten von Argentinien, ungefähr 800 Kilometer nördlich der Hauptstadt Buenos Aires. Die größte Einnahmequelle der Region ist die Landwirtschaft, hauptsächlich Baumwolle. Der Chaco hat eine der größten indigenen Bevölkerungen des Landes.7 Das Klima in der Provinz ist subtropisch. Der nördliche Teil zählt zum Ökosystem Gran Chaco, das sich zwischen Argentinien, Paraguay und Bolivien erstreckt.

Indigene Bevölkerung im Chaco

Im Zensus 2010 bezeichnete sich fast eine Million Argentinier*innen als Angehörige eines indigenen Volkes. Das entspricht ca. 2,4% der gesamten Einwohnerzahl. In dem Land leben über 30 verschiedene indigene Gruppen.8 Im Chaco leben die Gruppen Qom, Wichi und Mocoví. Die Qom sind eine ziemlich große Gemeinschaft, die mit fast 130.000 Personen 13,3 Prozent der gesamten indigenen Bevölkerung Argentiniens ausmacht. Viele der Qom sind inzwischen in große Städte migriert, um dort zu arbeiten. Wichi und Mocoví sind weniger zahlreich. Ungefähr 50.000 Menschen gehören zu den Wichi. Sie leben zum großen Teil weiterhin in ihrem ursprünglichen Gebiet im Norden der Provinz Chaco.10 Die Mocoví leben hingegen im Süden des Gebiets. Zu ihnen zählen sich jedoch nur noch ca. 15.000 Menschen.11

Die Lage im Chaco verkompliziert sich durch die Pandemie stark, berichtet Claudio. Seine Stiftung Fútbol por los Chicos arbeitet vor allem im Norden der Provinz. Dort erstreckt sich der sogenannte Impenetrable (‚der Undurchdringliche‘), ein Teil des Ökosystems Gran Chaco. „Es handelt sich um eine Region, in der schon unter normalen Bedingungen die Umstände in Bezug auf alles, was mit Gesundheit zu tun hat, sehr kompliziert sind. Rettungsfahrzeuge gehen [aufgrund des Zustands der Straßen] oft kaputt, in den Gesundheitszentren fehlen ständig Materialien und es gibt nur drei Krankenhäuser in der gesamten bewaldeten Region des Chaco. Das muss man sich nun mit einer Pandemie vorstellen.“

Impentrable_Chaco_Staubige Straße zwischen Bäumen
Eine Straße im Impenetrable

Claudio steht mit den Ärzt*innen, Pfleger*innen und Sozialarbeiter*innen der Krankenhäuser in ständigem Kontakt. Es werden unter anderem Medikamente, Mundschütze und Ersatzreifen für die Fahrzeuge benötigt. „Gerade erst heute früh habe ich mit einem Krankenpfleger gesprochen, der mich gebeten hat zu helfen“, erzählt er bei unserem Gespräch. „Jetzt muss ich sehen, wie ich ihnen die Materialien am besten zukommen lassen kann.“ Das gestaltet sich im Moment besonders kompliziert, weil in Argentinien erst langsam über Lockerungen der Reisebeschränkungen für Mittel- und Langstrecken debattiert wird. Momentan sind solche Reisen noch nicht möglich.

Historisch entstandene Diskriminierungsstrukturen

Wie in vielen anderen Ländern und Regionen der Welt sind indigene Menschen in Argentinien in besonderem Maß von der Pandemie betroffen. Das liegt teilweise daran, dass viele von ihnen abgeschieden leben und daher keinen guten Zugang zur Gesundheitsinfrastruktur haben. Dies ist zum Beispiel im Impenetrable der Fall. Aber auch in den Städten sind Angehörige indigener Gruppen oft stärker betroffen. In Salta, der Nachbarprovinz des Chaco, haben im September über dreißig indigene Gemeinschaften einen offenen Brief an den argentinischen Präsidenten unterzeichnet, indem sie ihre Situation schildern und um mehr Unterstützung im Kampf gegen Corona bitten. „Die Isolation ist nicht nur geografisch, sondern wir befinden uns auch von menschenwürdigen Lebensbedingungen isoliert und abgeschnitten“, wollen die unterzeichnenden Gruppen die Regierung wissen lassen.12

Die besondere Betroffenheit ist keinesfalls zufällig, sondern basiert auf historisch gewachsenen Mustern von Diskriminierung und struktureller Unterdrückung. „Die Marginalisierung indigener Menschen resultiert aus Eurozentrismus und Kolonialismus und der damit einhergehenden Weltanschauung, dass Weiße bzw. europäische Menschen mehr wert seien als Indigene oder Schwarze Menschen. Die koloniale Mentalität ist nie weggegangen“ berichtet Liliana. Sie ist wie Claudio in Resistencia, der Provinzhauptstadt des Chaco, aufgewachsen.

Sie berichtet über persistente Vorurteile in der argentinischen Gesellschaft, welche in Othering resultieren (was bedeutet, dass indigene Gruppen als das unbekannte, fremdartige ‚Andere‘ dargestellt und dadurch von der nicht-indigenen Gesellschaft abgegrenzt werden). Es gibt wenige Berührungspunkte zwischen den verschiedenen Bevölkerungsgruppen, selbst wenn sie in der gleichen Stadt aufwachsen. „In meiner Jugend haben wir manchmal Sammelaktionen für die indigenen Menschen in meiner Stadt gemacht“, erzählt sie. Die Eltern erlaubten den Jugendlichen bei diesen Aktionen nicht alleine in das Barrio Toba, das Stadtviertel in Resistencia, in dem die Mehrheit der Qom-Indigenen wohnt, zu gehen. Der Stadtteil galt als gefährlich und die Eltern hatten Angst, dass die Kinder ausgeraubt werden könnten. Die Sachen wurden nicht persönlich überreicht, sondern an einer Sammelstelle abgelegt. Bevor die Bewohner*innen des Viertels kamen, mussten die Jugendlichen wieder gehen. Erst später, als Liliana und ihre Freunde älter waren und alleine entscheiden konnten, hatten sie die Möglichkeit mit der indigenen Bevölkerung in Kontakt zu kommen, sich zu treffen und miteinander zu sprechen: „Leider hatte ich nie die Gelegenheit, über die Schule eine Verbindung mit der indigenen Bevölkerung aufzubauen. Die Verbindungen, die ich hatte, waren persönlicher Natur.“ In den meisten Fällen gehen indigene und nicht-indigene Kinder nicht auf die gleichen Schulen. In den Schulen der Mehrheitsgesellschaft gibt es oft keine Möglichkeit etwas über die indigene Kultur oder eine indigene Sprache zu lernen und die Beziehungen zwischen den Gruppen zu erweitern oder zu institutionalisieren.

Dieses Phänomen von Distanzierung und Vorurteilen wird auch in dem offenen Brief der indigenen Gemeinschaften aus Salta aufgegriffen: „Wir möchten Ihnen sagen, dass Lügen erzählt werden, die zu Wahrheiten werden, wenn sie oft genug wiederholt werden“ schreiben die Unterzeichnenden und beziehen sich dabei auf Vorurteile und Gerüchte, dass das Virus sich vor allem unter indigenen Menschen verbreite, weil diese unachtsam seien oder Erkrankungen nicht melden würden.13

„Wir möchten Ihnen sagen, dass Lügen erzählt werden, die zu Wahrheiten werden, wenn sie oft genug wiederholt werden.“

Offener Brief indigener Gemeinschaften aus Salta
an den argentinischen Präsidenten

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Ein Wohnheim gegen Schulabbrüche

Die Stiftung Fútbol por los Chicos, die von Claudio gegründet wurde, arbeitet vor allem in der Region im Norden der Provinz, die besonders abgelegen von den großen Städten liegt. Er beschreibt die Region des Impenetrable als eine Region mit beschwerlichen Lebensbedingungen: „Sie wird deshalb als ‚undurchdringbar‘ bezeichnet, weil es sehr schwierig ist hineinzukommen, früher noch viel mehr. Aber es ist immer noch sehr herausfordernd, bei Regen die Straßen zu passieren. Und auch wenn es nicht regnet, sind es sehr staubige Sandstraßen, viele Kilometer lang. Außerdem gibt es in der Region nicht viele Schulen, und noch weniger weiterführende Schulen. Daher müssen viele Kinder und Jugendliche in Siedlungen zur Schule gehen, die zehn, zwanzig oder sogar dreißig Kilometer von ihrem Zuhause entfernt sind und diesen Weg jeden Tag zu Fuß zurücklegen.“

Die Stiftung startete ihre Arbeit im Jahr 2002. Claudio und seine Kolleg*innen veranstalteten mehrmals im Jahr Spendenaktionen wie zum Beispiel Fußballspiele, um Direkthilfe in der Region zu leisten und gesammelte Kleidung, Schuhe, Spielzeuge, Küchenutensilien, Lehrmaterialien und mehr an die Gemeinden im Norden der Provinz zu geben. Seit 2015 verfolgt die Stiftung ein besonderes Ziel: Sie will ein Wohnheim für Schüler*innen in der Siedlung Tres Pozos im Impenetrable bauen. In Tres Pozos gibt es eine der wenigen weiterführenden Schulen der Region. Das Wohnheim soll dort gebaut werden, damit die Jugendlichen unter der Woche in der Nähe der Schule schlafen können und so die Möglichkeit haben, den Unterricht zu besuchen. „In vielen Fällen führen die weiten Schulwege zu Schulabbrüchen“ erklärt Claudio. Er hofft, dass der Bau des Wohnheims die Lebensrealität der Jugendlichen, und damit der ganzen Region, verändern wird. So soll auch den Schüler*innen dabei geholfen werden, ihre eigenen Träume zu verfolgen.

Das Projekt ist sehr teuer. Das liegt vor allem an dem hohen Planungsaufwand. Neben dem Wohnheim samt angrenzendem Sportfeld werden auch ein eigener Stromgenerator und eine Wasseraufbereitungsanlage gebraucht. Der Staat unterstützt bei der Logistik, aber die Finanzierung erfolgt allein durch die Stiftung. Dafür haben sich Claudio und seine Kolleg*innen ein Crowdfunding-Konzept ausgedacht. Über die Webseite der Stiftung können zur Unterstützung des Projekts symbolisch 50 argentinische Pesos für einen Ziegelstein gezahlt werden und auch größere Beträge werden über die Plattform gesammelt.14
Außerdem organisiert die Stiftung gerade ein Wohltätigkeits-Dinner für kommenden April in Buenos Aires, bei dem berühmte argentinische Persönlichkeiten zusammenkommen, um Spenden für das Projekt zu sammeln.

Eine weitere Herausforderung ist die Abhängigkeit der argentinischen Währung vom Dollar, berichtet Claudio. Das mache die Kalkulation sehr schwierig: „Der Wert von Lebenskosten und allen Leistungen wird hier in Dollar gemessen. Wenn der Wert des Dollars steigt, verändert sich der Preis für unser Projekt von einen Tag auf den anderen.“ Die Covid-19 Pandemie verlangsamt die Fortschritte des Projekts. „Wir wissen noch nicht, wann wir weitermachen können. Die Situation ist hier immer noch kritisch“, erzählt Claudio. Er schätzt die weitere benötigte Zeit auf ungefähr drei bis vier Jahre. „Aber wir werden das Projekt auf jeden Fall fertigstellen!“, ist er sich sicher.

Öffentliche und staatliche Reaktionen:
„An den Norden wird immer zuletzt gedacht“

Im Vergleich zu anderen lateinamerikanischen Ländern ist der indigene Anteil der Bevölkerung in Argentinien sehr klein. „Ich habe nicht das Gefühl, dass das Thema der indigenen Bevölkerungen im öffentlichen Fokus steht”, sagt Liliana. „Es gab eine Zeit, ungefähr Anfang der 2000er, wo es einen richtigen Boom gab. Das öffentliche Narrativ wurde verändert und der Begriff pueblos originarios [ursprüngliche Völker] wurde während der Präsidentschaft von Fernando de la Rúa an Stelle der vorherigen, abwertenden Begriffe wie indio/comunidades primitivas [Indio, Indianer/primitive Gemeinschaften] institutionalisiert. Es galt als cool, über das Thema Bescheid zu wissen. Aber das war eine Phase, eine Mode, in der das Thema viel Aufmerksamkeit erhielt.“ Jedoch glaubt Liliana nicht, dass die Situation der indigenen Bevölkerung eine politische Priorität ist. „Man sieht es jetzt in der Corona-Krise. Die Priorität ist im Zentrum. Alles konzentriert sich auf Buenos Aires und die großen Städte, an den Norden wird immer zuletzt gedacht.“

Auch innerhalb des Chaco sind die Ressourcen des Staates nicht gleich verteilt. „Der Staat könnte in der Region des Impenetrable wahrscheinlich stärker präsent sein. Ich vermute, da der Großteil der Bevölkerung der Provinz an anderen Orten lebt (vor allem im Südosten), sind die alltäglichen Bedürfnisse dieser Mehrheit die Priorität. Wir unsererseits konzentrieren uns auf das Konstruktive, nicht auf die Kritik. Wir konzentrieren uns darauf, Lösungen zu finden und mit der Zivilgesellschaft und dem Privatsektor Aktionen zu planen, die dem Staat helfen, seine Ziele in diesem Bereich zu erreichen“, erklärt Claudio. „Bei dem Projekt des Wohnheims in Tres Pozos sind die Zivilgesellschaft (die Stiftung), der Privatsektor (Spenden von Unternehmen und Personen), und der Staat (Vereinbarung mit dem Ministerium für Bildung und Logistik für den Transfer von Baumaterialien) beteiligt. Ich glaube, dass NGOs auch dazu da sind, dem Staat zu helfen, seine Ziele zu erreichen.“

Inklusion und Lösungsvorschläge​

NGOs, Zusammenschlüsse indigener Menschen, lokale und internationale Netzwerke, private Akteure und der Staat haben in den letzten Jahrzehnten und Jahren einiges unternommen, um die Chancengleichheit für indigene Menschen zu verbessern. Im Folgenden werden Lösungsansätze und Veränderungen in einigen Bereichen vorgestellt.

Zugang zu Recht und Justiz
Eines der Kernthemen bei der Gewährung von Bürgerrechten für die indigene Bevölkerung ist der sogenannte Accesso a la Justicia, der Zugang zu Recht und Justiz. Oft steht schon alleine die Sprachbarriere im Weg. Indigene Menschen mit anderen Muttersprachen als Spanisch haben Schwierigkeiten, sich in einem Rechtssystem zurechtzufinden, in dem sich lange Zeit alles auf Spanisch abspielte. 2010 wurde in der Provinz Chaco ein Gesetz verabschiedet, dass neben dem Spanischen auch die indigenen Sprachen Qom, Wichi und Moqoít zu offiziellen Sprachen macht.15 Das bedeutet, dass öffentliche Vorgänge und Dienstleistungen auch in diesen Sprachen durchgeführt werden können.

Mariela Carrasco arbeitet seit acht Jahren als Übersetzerin und seit drei Jahren als Dolmetscherin und Sachverständige im Bereich der Justiz in Juan José Castelli, einer Kleinstadt ca. 5 Stunden nördlich von der Provinzhauptstadt Resistencia. Castelli wird auch als Portal al Impenetrable, als Tor zum undurchdringlichen Wald, bezeichnet. Viele Einwohner*innen sind Indigene und auch die meisten der im Impenetrable lebenden indigenen Menschen kommen für Behördengänge nach Castelli. „Ich übersetze von Qom nach Spanisch und von Spanisch nach Qom“, erklärt Mariela. „Außerdem gibt es noch einen Kollegen, der Übersetzer für Wichi/Spanisch ist. Unsere Aufgabe ist es, Menschen zu helfen, die zu verschiedensten Zwecken etwas von der Justiz brauchen. Zum Beispiel, wenn sie eine Anzeige aufgeben wollen oder einen Termin für Unterhaltszahlungen, Gerichtsbeschlüsse oder in einer Staatsanwaltschaft haben. Bei all diesen Vorgängen bestehen oft Schwierigkeiten, wenn sich die Personen nicht gut auf Spanisch ausdrücken können. Für diese Fälle sind wir da.“ Die Funktion der Übersetzer*innen ist sehr wichtig, da sie vielen Menschen einen einfachen Zugang zu judikativen Staatsorganen ermöglicht, ohne dass sie mit Sprachbarrieren zu kämpfen haben.

Bildung und Kultur
1987 wurde ein provinziales Gesetz eingeführt, welches das Recht von indigenen Menschen festschreibt, in ihrer eigenen Sprache zu lernen. Das führte zu einer systematischen Entwicklung von bilingualen Schulen und Lehrmaterialien im Chaco.16 „Ich denke, die zweisprachige Bildung ist eine gute Idee“, sagt Claudio. „Früher sind die Wichi-/Qom-Kinder in die Schule gegangen und haben dort nur auf Spanisch gelernt; alles war auf Spanisch. Jetzt ist es demokratischer, der eigenen Kultur wird in der Schule mehr Platz eingeräumt.“
Die ersten staatlichen Schulen für indigene Kinder gab es Ende des 19. Jahrhunderts. Das Ziel der Schulbildung war damals vor allem Assimilierung – die Schüler*innen sollten in das Arbeitssystem integriert werden, indem die westliche Kultur und die spanische Sprache als Leitbilder genommen wurden. Dieses Schulmodell führte in vielen Fällen zum Verlust der indigenen Sprachen und der Verleugnung der eigenen kulturellen Identität.17 Das Konzept der bilingualen, interkulturellen Schulen soll diesem Assimilierungsgedanken entgegenwirken und kulturelle Vielfalt fördern.

Liliana weist aber auch auf mögliche Probleme der bilingualen Schulen hin: „Ich glaube, die eigentliche Idee dahinter ist Integration. Aber in der Realität erfolgt eher eine Segregation.“ Sie sieht keinen politischen Willen zu echter Inklusion. „Wenn es wirklichen politischen Willen gäbe, dann würden die Dinge anders angegangen werden, dann würde tatsächlich in Integration investiert werden“, sagt sie. „Ich denke, es braucht eine andere Art der Schule. Eine Schule, die die indigenen Gemeinschaften inkludiert – aber nicht indem ihnen eine spezielle Schule gegeben wird, sondern indem die indigene Kultur in die Mainstream-Schulen eingebracht wird. Wenn das nicht passiert, kann es keine Erfolge geben und alles bleibt nur theoretisch.“

Auch abgesehen von der Schulbildung wird im öffentlichen und politischen Diskurs viel von Inklusion gesprochen, um die Ungleichheit zwischen indigenen und nicht-indigenen Menschen zu verringern und Probleme zu lindern. „Die Zielstellung der Inklusion ist sehr gut, aber es ist wichtig, dass diese auch effektiv verfolgt wird, damit sie erfolgreich ist“, sagt Claudio. „Und das passiert leider nicht. Es bleibt ein Ziel, eine Aussage, und dennoch geht die Diskriminierung weiter, so wie immer.“ Liliana sieht vor allem in den Bereichen Kultur und Bildung riesige Potentiale: „Musik vereint und Bildung vereint. Ich denke, vor allem in diesen Bereichen müssen wir die Integration vorantreiben.“ Als problematisch versteht sie den Versuch, durch vermeintliche Integration indigene Menschen oft gegen ihren Willen in typische ‚westliche‘ Arbeitsmuster zu zwingen.

Auch Claudio sieht diesen Punkt kritisch. Seine Erfahrung bei der Arbeit im Impenetrable ist, dass viele Menschen dort am liebsten ihr Leben weiterleben möchten wie immer. Sie wollen auf dem Land bleiben und nicht in die Städte kommen, um dort zu arbeiten. „Ich denke, es ist sehr wichtig, die indigene Kultur als eine Jahrtausende alte Kultur anzuerkennen und wertzuschätzen, eine Kultur, die schon lange vor der Ankunft der weißen Menschen in dieser Region existierte. Die indigenen Gemeinschaften haben eine absolut andere Wahrnehmung des Lebens. Davon ist leider in der weißen Gesellschaft und Zivilisation viel kaputt gegangen“, sagt er und warnt davor, nun auch noch das Letzte zu nehmen, was den indigenen Gemeinschaften geblieben ist – die Natur und die Wälder des Chaco.

Politische Partizipation
Obwohl indigene Parteien und Organisationen auf lokaler Ebene im Chaco immer aktiver werden, ist die Repräsentation auf provinzialer oder nationaler Ebene kaum vorhanden. Die Wahl von Evo Morales zum bolivianischen Präsidenten im Jahr 2005 wurde von vielen als Sensation gedeutet, da er der erste indigene Staatschef in Lateinamerika war. Die Wahl trug das Potential in sich, indigenen Bewegungen auf dem ganzen Kontinent Auftrieb zu verschaffen. Liliana glaubt aber, dass es in Argentinien noch sehr lange dauern wird, bis es ein indigenes Staatsoberhaupt geben könnte. „Die Gesellschaft ist sehr elitär“, erklärt sie. Außerdem gibt es bisher im Vergleich mit anderen lateinamerikanischen Ländern wenig indigene Bewegungen, die über das lokale Level hinausgehen. „Ich glaube, dass es seit der Wahl von Evo [Morales] als Präsident etwas mehr Mobilisierung gibt, denn das war ein majestätisches Beispiel für die indigenen Gemeinschaften in Lateinamerika, sich zu vereinen. Aber diese Bewegungen sind sehr neu, und momentan sind noch keine großen Effekte zu sehen. Die Vereinigung und Mobilisierung nimmt Form an, aber es fehlen noch mindestens zehn Jahre, bis sie sich richtig organisiert haben.“

Wehende Whipala-Fahnen, welche die indigene Bevölkerung Südamerikas repräsentieren
Die bunte Whipala-Fahne ist ein Symbol der indigenen Bevölkerung Südamerikas. Bildquelle: OscarFloresBolivia (Pixabay) [Ausschnitt]

Wie steht es um indigene Bewegungen in anderen lateinamerikanischen Ländern? Bolivien und Ecuador werden oft als Positivbeispiele genannt, wenn es um die Rechte indigener Menschen geht. Beide Länder verabschiedeten in den 2000ern neue Verfassungen (Ecuador 2008, Bolivien 2009). Diese stehen für eine umfassende Anerkennung von Menschenrechten und Rechten indigener Bevölkerungen und geben Anstöße für neue Staats- und Entwicklungsmodelle.18

Mit Vibeke Andersson haben wir darüber gesprochen, welche Faktoren die Entwicklung in Bolivien möglich gemacht haben. Sie ist Professorin an der Universität Aalborg (Lehrstuhl für Politik und Gesellschaft der sozialwissenschaftlichen Fakultät und Forschungszentrum für Entwicklung und Internationale Beziehungen). Für ihre Doktorarbeit führte sie in den 1990er Jahren eine Feldforschung in Bolivien durch. Zu dieser Zeit waren in Bolivien gerade eine Reihe von Reformen verabschiedet worden: Demokratisierungs- und Dezentralisierungsmaßnahmen sowie Gesetze zu Landverteilung, Bildung und Privatisierung.19

„Ich wollte gerne verstehen, warum die Regierung, die sehr elitär war und bestimmte Teile der Bevölkerung viele Jahre lang marginalisiert hatte, plötzlich Reformen verabschiedet, welche sie tatsächlich als Bürger*innen in den Staat einbeziehen würden“, erklärt sie ihr Forschungsinteresse. Ihr Resultat ist, dass es viele verschiedene Faktoren waren, die zu den Reformen und dem folgenden Aufschwung für indigene Bewegungen geführt haben: „Eine meiner Schlussfolgerungen war, dass der Staat bankrott war und daher auf Geld von internationalen Gebern angewiesen war, die ihn unterstützten – zum Beispiel auf den IWF und die Weltbank, aber auch auf große internationale Geber wie das dänische Entwicklungsprogramm DANIDA und das deutsche Entwicklungsinstitut GTZ [heute GIZ], sowie die Regierungsprogramme anderer Länder. Sie übten Druck auf die bolivianische Regierung aus, die indigene Bevölkerung mit einzubeziehen. Indigene Rechte und Menschenrechte waren Themen, die in den 1990er Jahren viel diskutiert wurden. Eines der erfolgreichsten Projekte von DANIDA war es, dafür zu sorgen, dass die indigene Bevölkerung zur Wahl gehen konnte. Zum Wählen benötigten sie Personalausweise, und das war ein großes Hindernis. DANIDA unterstützte den Zugang zu Ausweispapieren und ermöglichte es so der indigenen Bevölkerung, wählen zu gehen“. Aber auch Gewerkschaften und indigene Bewegungen waren maßgeblich an der Herbeiführung von Veränderungen beteiligt. „Wenn sie mit etwas nicht zufrieden waren, rebellierten sie und zogen mit vielen Menschen und Dynamit durch die Straßen von La Paz. Es gab viele Konfrontationen und große Demonstrationen. Das wollte die Regierung vermeiden.“

So kamen mehrere Faktoren zusammen, die die Entwicklung in Bolivien beeinflussten. Die lokalen indigenen Bewegungen verbündeten sich mit internationalen Akteuren, um die bolivianische Regierung zu Reformen zu drängen. Vibeke Andersson erklärt, dass es sich zunächst um einen politischen Prozess handelte, der politische und soziale Inklusion stärkte, aber keine ökonomische Teilhabe zuließ: „Meiner Meinung nach lag das daran, dass die Regierung die Stimmung nicht gegen sich wenden wollte. Maßnahmen wie die Verstaatlichung von Land und Industrien im größeren Maßstab hätten ihre Wähler gegen sie aufgebracht. Sie hätten eine bessere Infrastruktur, bessere Straßen und einen besseren Zugang zu den Märkten schaffen können, aber das ist in dieser Phase nicht geschehen. Das kam erst später, als die indigene Bevölkerung das Wahlrecht hatte und in den Kommunalregierungen für ihre eigenen Vertreter*innen stimmte, die dann tatsächlich in ihrem Namen sprechen konnten. Die wirtschaftliche Integration wurde nicht in den 90ern von der Regierung initiiert. Die Reformen damals waren zunächst ein politischer Prozess, der dann die wirtschaftliche Entwicklung einleitete und 2005 zur Wahl von Evo Morales als Präsidenten führte. Es war eine 15-jähige Entwicklung, bis Morales damit begann, die ökonomische Struktur des Landes in weiten Teilen zu verändern.“

Ob sich diese Entwicklung auch auf Argentinien übertragen lassen kann, ist schwer zu sagen. „Ich bin mir nicht sicher, denn die Regierungen und die Kontexte sind so unterschiedlich“, sagt die Wissenschaftlerin. „Der wirtschaftliche Hintergrund Argentiniens ist beispielsweise sehr anders. Es ist nicht einfach, eine Strategie auf ein anderes Land zu übertragen. Aber natürlich beeinflussen sie sich gegenseitig.“ Einer der größten Unterschiede zwischen Argentinien und Bolivien ist der Anteil von indigener Bevölkerung an der Gesamtpopulation. Während diese in Argentinien unter 3% ausmacht, identifizieren sich in Bolivien fast 41% der Bevölkerung als indigen.20 Die bolivianische indigene Bevölkerung hat sich durch großflächige Mobilisierung und Streiks vieles erkämpft. Das ist im argentinischen Kontext viel schwieriger, weil die Anzahl indigener Menschen wesentlich geringer ist.

Ein Beispiel für die wachsende Organisation und Mobilisierung sind die Frauennetzwerke CONAMI und JUVENTUD ECMIA, in denen sich Mariela engagiert. „Das Ziel dieser Netzwerke ist es, uns als Frauen zu empowern, damit wir an einem Punkt unseres Lebens Führungsfiguren werden können, wenn wir wollen“, erklärt sie. Durch Workshops und Fortbildungen wird Wissen vermittelt. „Wir stellen auch direkte Forderungen an Regierungsvertreter*innen. Denn manchmal werden Dinge ohne vorheriges Mitspracherecht und Partizipationsmöglichkeiten entschieden und wir wollen unsere Partizipation als indigene Völker zeigen und nicht vergessen werden. Es ist wichtig, dass das von Regierungsvertreter*innen erkannt wird und sie die Rechte der indigenen Völker anerkennen.“

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„Wir wollen unsere Partizipation als indigene Völker zeigen und nicht vergessen werden.“

Mariela Carrasco

Heilung, Klimawandel und Träume

Wie kann in Zukunft ein besseres Zusammenleben erreicht werden? „Zunächst gibt es Dinge, die in Ordnung gebracht werden müssen und heilen müssen. Ein Beispiel hierfür ist die Umverteilung und Rückgabe von Land an indigene Gemeinschaften“, sagt Liliana. „Und es sollte sich auf die jungen Generationen konzentriert werden. Die älteren Generationen brauchen Entschuldigungen für das, was passiert ist. Aber die Jüngeren sollten in der Bildung von Anfang an mehr integriert sein. Für mich ist die Schule der zentrale Punkt, die Chance das zu schaffen.“

Claudio weist vor allem auf Umwelt und Klima hin: „Mir würde es sehr gefallen, wenn alle Entwicklungsprogramme, ob staatlich oder privat, an die Notwendigkeit denken, die Biodiversität zu bewahren. Ich denke, dass die Entwicklungsprogramme in unserer heutigen Welt auf jeden Fall die klimatischen Veränderungen mit einbeziehen müssen. Es sollte nicht versucht werden, absolute Kontrolle über die Natur zu gewinnen, denn das bringt große Folgen mit sich.“ Im Chaco zeigt sich der Klimawandel durch extreme Wetterereignisse, lange Dürren und starke Regenfälle. Claudios persönlicher Traum ist es, bald das Wohnheim in Tres Pozos fertigstellen zu können. „Ich denke, es wird die Realität all dieser Kinder und Familien verändern und birgt ein riesiges Potential!“

In den nächsten Jahren wird sich zeigen, wohin die Reise geht. Doch es scheint ein neues Selbstbewusstsein der indigenen Bevölkerung zu erwachen – Netzwerke werden gebildet und die Zahl der Menschen, die sich im Zensus als indigen bezeichneten stieg zwischen 2004-2005 und 2010 (als die letzte vollständige Volksbefragung in Argentinien stattfand) von ungefähr 600.000 auf fast eine Million an.21 Die Covid-19 Pandemie hat historische Diskriminierungsmuster deutlich sichtbar gemacht. Aber vielleicht wird sie auch dazu führen, dass sich neue Zusammenschlüsse bilden und stärker als zuvor für die Rechte indigener Völker in Argentinien und weltweit gekämpft wird.

Weiterführende Links

Quellen

  1. Die Vergessenen der Corona-Pandemie. (08.08.2020). Der Tagesspiegel. Abgerufen von https://www.tagesspiegel.de
  2. The United National Permanent Forum on Indigenous Issues. (10.08.2020). International Day of the World’s Indigenous Peoples. Concept Note. Abgerufen von https://www.un.org/development/desa/indigenouspeoples/wp-content/uploads/sites/19/2020/08/Concept-Note_-IDWIP_2020.pdf
  3. Lexikon der Geographie. Gran Chaco (2001). Spektrum. Abgerufen von https://www.spektrum.de/lexikon/geographie/gran-chaco/3179
  4. Protecting the Forests of the Gran Chaco (o.D.). The Nature Conservancy. Abgerufen von https://www.nature.org/en-us/about-us/where-we-work/latin-america/argentina/gran-chaco/
  5. ebd.
  6.  Deforestación en el norte de Argentina. Informe Anual 2019 (2020). Greenpeace. Abgerufen von https://greenpeace.org.ar/pdf/2020/Deforestaci%C3%B3n%20en%20el%20norte%20de%20Argentina%20-%20Informe%20Anual%202019.pdf?_ga=2.62263977.441448063.1580147247-235256754.1578492089
  7. Provincia de Chaco. (o.D.). Consejo Federal de Inversiones. Abgerufen von https://localidades.cfi.org.ar/Chaco
  8. Pueblos Originarios (2010). Instituto Nacional de Estadística y Censos República Argentina. Abgerufen von https://www.indec.gob.ar/indec/web/Nivel4-Tema-2-21-99
  9. El mapa de las comunidades indígenas de la Argentina (10.09.2017). La Nación. Abgerufen von https://www.lanacion.com.ar
  10. Educación Intercultural Bilingüe en Chaco: Toba/Wom y Wichí (2016). Ciudad Autónoma de Buenos Aires: Ministerio de Educación y Deportes. Abgerufen unter http://www.bnm.me.gov.ar/giga1/documentos/EL005427.pdf
  11. Zárate, S. & Llinares, A. (20.10.2019). ¿Cuáles son los pueblos originarios de Argentina y dónde viven? Anticipos. Abgerufen von https://diarioanticipos.com
  12. Gaspar, A. (05.09.2020). Carta de los indígenas del norte de Salta al presidente Alberto Fernández. El Tribuno. Abgerufen von https://eltribuno.com
  13. ebd.
  14. Webseite der Stiftung Fútbol por los Chicos: http://www.fundacionfutbolporloschicos.org/
  15. El Qom, el Moqoít y el Wichí son lenguas oficiales en el Chaco (14.07.2010). Diario Chaco. Abgerufen von https://web.archive.org/web/20110723004456/http://www.diariochaco.com/noticia.php?numero=61721
  16. siehe Fußnote 9
  17. siehe Fußnote 9
  18. Schilling-Vacaflor, A. (2010). Die indigenen Völker Lateinamerikas. Zwischen zunehmender Selbstbestimmung und anhaltender Marginalisierung. GIGA Focus Lateinamerika, 8, 1–8. Abgerufen von https://www.giga-hamburg.de/de/system/files/publications/gf_lateinamerika_1008.pdf
  19. Andersson, V.(2008). Social Organisations and Local NGOs in Rural Bolivia. In V. Andersson & S. Fryba Christensen (Hrsg.) New Latin American Development Strategies in a Changing International Economic and Political Context (S. 282-300). Institut for Historie, Internationale Studier og Samfundsforhold, Aalborg Universitet. Development Research Series, Occasional Papers, No. 7.
  20. Instituto Nacional de Estadística. (2013). Principales Resultados del Censo Nacional de Población y Vivienda 2012 (CNPV 2012). Estado Plurinacional de Bolivia [Die wichtigsten Ergebnisse der nationalen Volkszählung 2012 (CNPV 2012). Plurinationaler Staat Bolivien]. Abgerufen von http://ibce.org.bo/images/publicaciones/Resultados-Censo-2012.pdf
  21. siehe Fußnote 8

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1 Anmerkung zu “„Die Isolation ist nicht nur geografisch“

  1. Miss Charlez

    Danke für diesen sehr spannenden Beitrag, sehr wichtiges Thema und tolle Einblicke durch die 3 Gesprächspartner*innen! Auch das Datum find ich passend gewählt: 12.Oktober auch als „Kolumbus-Tag“ oder Gedenktag der „Entdeckung Amerikas“ bezeichnet. Ich bin sehr froh, dass die Kritik an der Heroisierung seiner brutalen Eroberung und Ausbeutung von indigenen Menschen größer wird.

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