Foul Spiel

Foul Spiel: Profit, Versprechen und grenzlegale Deals

Foulspiel:
Profit, Versprechen und grenzlegale Deals

Anklagen gegen das Business Fußballmigration

20.05.2021

Gambia

Hauptstadt: Banjul
Einwohnerzahl: circa 2,3 Millionen
Sprachen: über 20 Landessprachen, neben der offiziellen Amtssprache Englisch ist Mandinka die am weitesten verbreitete Sprache

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Die europäischen Fußballmedien werden derzeit insbesondere von zwei Themen beherrscht: der gescheiterten Super League und vagen Protesten gegen die Fußball-WM 2022. Slogans wie Menschenrechte oder Menschenrechte – auf und neben dem Platz auf den Trikots der deutschen und norwegischen Nationalmannschaft weisen auf Menschenrechtsverletzungen im Gastgeberland Katar hin.1,2 Konkret verweisen die Slogans auf die sklavenähnlichen Lebens- und Arbeitsbedingungen, unter denen Gastarbeiter:innen die Fußballstadien für die kommende Fußballweltmeisterschaft bauen. Human Rights Watch führt in einem Bericht aus dem Jahr 2020 drei Hauptursachen an, die der Ausbeutung zugrunde liegen: das Kafala-System, das ein sklavenähnliches Abhängigkeitsverhältnis zwischen Arbeitgeber:in und Arbeitsmigrant:innen schafft; ein unmoralischer Anwerbungsprozess, der viele Arbeiter:innen in die Verschuldung treibt, da sie ihre eigenen Arbeitsvermittlungsgebühren bezahlen müssen; und nicht ausgezahlte oder aufgeschobene Löhne.3 Während all diese Forderungen gegen Katar richtig und wichtig sind, gibt es weder Proteste noch Aufruhr gegen das europäische Business der Fußballmigration. Ebenjenes beutet minderjährige Geflüchtete finanziell aus und lässt sie oft in prekären Verhältnissen zurück und zwar im Herzen der EU. Zu diesem Zweck konnten wir ein Interview mit Almami (Name geändert) führen, einem unter 18-jährigen Geflüchteten aus Gambia, der für zwei Jahre in der Campionato Primavera – der höchsten italienischen Nachwuchsfußballliga – spielte. Das Interview wurde am 11. April 2021 geführt und anschließend vollständig anonymisiert, um den unsicheren Asylstatus des Interviewten zu schützen.

Wer spielt im italienischen Nachwuchsfußball?

In der höchsten Nachwuchsfußballliga Italiens sind in der Regel Spieler im Alter von 15 bis 20 Jahre zugelassen.

Wer spielt im italienischen Nachwuchs-Fußball?

In der höchsten Nachwuchs-Fußballliga Italiens sind in der Regel Spieler im Alter von 15 bis 20 Jahre zugelassen.

Zuvorderst verlangt uns dieser Artikel eine kritische Selbstreflexion ab: Wie können wir als Weiß positionierte Personen die Geschichte eines Schwarzen Menschen übersetzen? Wie können wir Rassismus anprangern und dennoch strukturellen Rassismus reproduzieren? Wir haben für diesen spezifischen Artikel und in diesem spezifischen Kontext entschieden, dass Solidarität auch bedeutet, Unbequemes und Widersprüchliches auszuhalten. Hieraus folgt die Entscheidung, dass wir unsere Privilegien nutzen wollen, um über die Geschichte von Almami zu berichten, der sich nicht einfach entscheiden kann, diese auf eigene Faust zu veröffentlichen, da ihm aufgrund seines prekären Asylstatus ernsthafte Konsequenzen drohen könnten.

Gute vs. schlechte Migration: Die Festung Europa und ihr Arbeitsmarkt

Das europäische Grenzregime kann nicht allein durch die Brille der Militarisierung zur Festung Europa erklärt werden. Vielmehr müssen wir das Grenzregime als den janusköpfigen Apparat verstehen, der es ist. Das bedeutet eine parallele Analyse und Berücksichtigung von Abschottung und neoliberalem Arbeitsmarkt. Während erstere mehr oder weniger offensichtlich ist, wird letzterer von der Angst angetrieben, die produzierenden Massen aufgrund des demographischen Wandels zu verlieren. Die Funktionsweise des neoliberalen Arbeitsmarkts als Grenzmechanismus kombiniert Sozialdarwinismus mit (nicht-)staatlichen Rekrutierungsagenturen.4,5 Dieser zweiseitige Ansatz – gute vs. schlechte, legale vs. illegale Migration – dominiert die europäische Migrationspolitik spätestens seit dem Beginn der Europäischen Nachbarschaftspolitik im Jahr 2003.6
Graffitti No Border No Nation
No Borders No Nation © Bright Tal via Creative Commons
In einer kapitalistisch organisierten Weltwirtschaft macht dieser Ansatz durchaus Sinn. Seit dem Zweiten Weltkrieg – und vielleicht bereits zuvor – werden migrierende Menschen in erster Linie als Humankapital gesehen: Sie sollen sich als billige Arbeitskräfte den europäischen Volkswirtschaften unterordnen, solange sie profitabel sind.4 Die deutsche (profitorientierte) Entwicklungsagentur GIZ hat verschiedene Programme unter dem Euphemismus Triple-Win laufen, die diese Realität unterstützen. Im Jahr 2016 hat die GIZ in Kooperation mit der marokkanischen Arbeitsagentur ein Pilotprogramm gestartet, das 110 Auszubildende für das deutsche Hotel- und Gastgewerbe ausgewählt hat.7 Ein weiteres Programm der GIZ und der deutschen Arbeitsagentur übernimmt die Personalvermittlung von Arbeitsmigrant:innen in Bosnien und Herzegowina oder Tunesien an den deutschen Pflegesektor.8 Gleichzeitig fungieren Bosnien und Herzegowina ebenso wie Marokko als Europas externalisierte Grenze. Das mag zynisch erscheinen, passt aber perfekt zu den letzten beiden Zielen der Europäischen Nachbarschaftspolitik: Sicherheit und Migration/Mobilität.9

Die Europäische Nachbarschaftspolitik (ENP) stützt sich vor allem auf die Soft Power der EU: ein politisches Mittel, das weniger auf Zwang und mehr auf Konsens und Anreize setzt. So gilt etwa die Kooperation in Grenzschutzfragen als Aufnahmebedingung in die Freihandelszone des größten gemeinsamen Wirtschaftsraumes der Welt. Dabei ist die zeitliche Nähe zur Einrichtung der Grenzschutzagentur Frontex 2005 und dem institutionellen Bedeutungszuwachs von Migrationskontrolle wohl kein Zufall. Schließlich ist das Ziel der ENP einen stabilen Ring auf Freunden in der unmittelbaren regionalen Nachbarschaft zu etablieren. In anderen Worten: Es geht auch darum, autoritäre Regime zu stützen, präventiv tätig zu werden und möglichst wenig Migrationsfreiheit zu ermöglichen.

Externalisierung meint eine dreifache Auslagerung des Grenzregimes: an Technologien, an private Akteure und/oder geographische Verschiebungen an Drittstaaten. Letztere sind spätestens seit dem Startschuss der ENP gängige Praxis. Grenzschutzkooperationen finden sowohl mit afrikanischen Anrainer- als auch Transitländern statt. Als Sinnbild schlechthin für die Festung Europa gelten die spanischen Enklaven Ceuta und Melilla in Nordmarokko. Hier treffen altbewährte Grenzzäune auf modernste Technologien.

Während die wirtschaftliche Ausbeutung im Niedriglohnsektor den meisten von uns wohl bekannt ist, gilt vergleichbares nicht für das Business Fußballmigration. Warum ist das der Fall? Erstens wird der Fußball in der Regel als große Chance für die Integration von jungen Geflüchteten und Asylbewerber:innen wahrgenommen.10,11,12 Zweitens besteht im Profifußball – abgesehen von schnellen Slogans und vermeintlich großen Gesten – kein Bedarf zur kritischen Selbstreflexion. Dies lässt sich auch auf das generelle Ausbleiben breiterer Debatten und politischer Reformen in Bezug auf den strukturellen Rassismus in der europäischen Dominanzgesellschaft zurückführen. Drittens wird Fußball in erster Linie als Spiel und nicht als Geschäftsmodell gesehen.

Money and the balls

Bereits im Jahr 2010 hat die FIFA ihre internen Richtlinien überarbeitet. Seitdem sind internationale Transfers für Spieler unter 18 Jahren eigentlich verboten. Natürlich gibt es weiterhin Ausnahmen.13,14 Die neue policy war jedoch eine Reaktion auf die steigende Zahl von irregulären Fußballmigrant:innen, die in Europa ankamen. Die Organisation Culture Foot Solidaire registrierte im Jahr 2010 8.000 solcher Fälle in Frankreich.14 In vielen Fällen suchen europäische Fußballagent:innen junge Talente – vor allem aus Westafrika – aus und bringen ihre Familien dazu, hohe Summen von bis zu 5.000€ zu bezahlen. Im Gegenzug hoffen diese auf eine Vermittlung an einen der großen europäischen Fußballvereine. Manche Jugendliche schaffen es vielleicht sogar in ein Spitzenteam. In diesen Fällen erwarten sie oft Knebelverträge, während die Agent:innen hohe Summen verdienen. Die anderen werden von ihren Agent:innen abserviert und in prekären rechtlichen Situationen zurückgelassen.14
1996
Jahr
2.8
Einnahmen in Mrd. €

Jährliche Einnahmen europäischer Spitzenteams von 1996 bis 2016.
Quelle: eigene Darstellung, Daten aus: UEFA (2016): Club Licensing Benchmarking Report Financial Year 2016

Um die FIFA-Regeln zu umgehen und die westafrikanischen Minderjährigen weiter beschäftigen zu können, wird ihr Alter oft gefälscht. Sobald sie nicht mehr von einer mächtigen Fußballmannschaft oder ihren Agent:innen unterstützt werden, akzeptieren französische (und andere europäische) Einwanderungsbehörden ihr angegebenes Alter nicht mehr und verwenden rassistische Methoden wie Knochentests, um ihr Alter zu bestätigen.14 Obwohl diese Fälle nicht direkt übertragbar auf das sind, was unserem Interviewpartner Almami widerfuhr, so ähneln sich dennoch die rassistisch-kapitalistischen Strukturen in allen Fällen. Die Fähigkeit der Jugendlichen, eigenständig zu handeln (agency) – es in einer der europäischen Fußballligen zu schaffen – ist im ersten Fall eindeutig eine treibende Kraft für die Emigration nach Europa. Mit der Ankunft in Europa wird ihnen dann aber ein großer Teil dieser agency genommen.

Der Beginn einer prekären Fußballkarriere

Als Almami 2016 in Sizilien ankommt, hat er es über die tödlichste Grenze der Welt geschafft: die Ägäis.15 Er wird beinahe sofort in ein Aufnahmezentrum für minderjährige Geflüchtete in Messina, Sizilien, gebracht. Vor seiner Fluchterfahrung in Gambia interessiert er sich kaum für Fußball und träumt erst recht nicht von einer professionellen Fußballkarriere.

Soccer in camp
© Jared Köhler for EU Civil Protection and Humanitarian Aid via Creative Commons

In der Nähe des Auffanglagers gibt es jedoch einen Fußballplatz. Hier beginnt Almami nach seiner Ankunft zum Spaß und Zeitvertreib mit anderen Geflüchteten und Jugendlichen zu spielen. Nach einiger Zeit taucht ein Mann auf dem Bolzplatz auf. Diese Person wird später sein Fußball-Agent werden. Eine Woche nach dessen Erscheinen, Anfang 2017, klopft die Unterkunftsleitung in Begleitung des damals unbekannten Agenten an Almamis Tür und schickt ihn wortkarg weiter nach Genua – der Beginn seiner Fußballkarriere. Er erzählt uns, wie sie ihn mit einem eigenen Zimmer, einem Fernseher und damit, Fußballer zu werden, ködern. Von diesem Moment an wird der Agent zusätzlich sein gesetzlicher Vormund, da Almami noch unter 18 ist. Er probiert sich in drei verschiedenen Mannschaften in der Campionato Primavera – zwei davon in Genua und eine in Bologna. Während dieser Zeit lebt Almami in einem Talentcamp zusammen mit anderen jungen Spielertalenten aus Ländern wie Kanada und Brasilien. Obwohl das Training im Team ein Vollzeitjob ist (zwei Trainingseinheiten pro Tag), erhält er von keiner der Mannschaften eine Bezahlung. Seine Fußballkameraden hingegen schon. Wo ist also sein Geld geblieben?

Als er anfängt für das erste Team fest zu spielen, lässt ihn sein Agent einen Vertrag unterschreiben. Er erzählt uns, dass dies nur eine Unterschrift von vielen gewesen sei, da er immer für alles in der Erstaufnahmeeinrichtung unterschreiben musste (z.B. Eintritt, Austritt, Erhalt von Essen). Später findet er heraus, dass sein Agent wahrscheinlich das Geld erhalten und zurückgehalten hat; es handele sich mindestens um 5.000€ pro Monat, wenn nicht mehr. Das macht eine Gesamtsumme von mindestens 180.000€. Émile Durkheim, ein französischer Soziologe, erklärt die Bindung von Verträgen durch außervertragliche Bedingungen wie Vertrauen und gemeinsames Verständnis.16 Letzteres ist Almami hierbei nicht möglich. Höchstwahrscheinlich hat der Agent seine Machtposition als rechtlicher Vormund von Almami schamlos ausgenutzt, um sich selbst zu bereichern. Diese Rekrutierungspraxis ist nichts anderes als ein neokoloniales Erbe. Im Imperialismus wurde dieses rassistische Rechtssystem „indentured labor” (dt. Vertragsknechtschaft) genannt: der Handel von Menschen von einer Kolonie in eine andere, um dort als unbezahlte Arbeitskräfte im Austausch für Nahrung und Unterkunft zu arbeiten. Heutzutage findet sich ähnliches offensichtlich im professionellen Fußball wieder.17

Das britische Rechtssystem der Indentur war insbesondere vom 16. bis ins 18. Jahrhundert eine gängige Praxis der Vertragsknechtschaft.  Der Knecht stand dabei in der Abhängigkeit eines Unternehmens oder einer Privatperson, erhielt keinen Lohn, jedoch Kost und Logis. Nach Auslaufen des Vertrages waren die Knechte frei und konnten ihre eigenen Unternehmungen gründen. Für viele europäische Auswanderer:innen, auf der Flucht vor Hungerkatastrophen, Zensur und fehlender Freiheitsrechte, stellte dieses Abhängigkeitsverhältnis die einzige Finanzierungsmöglichkeit für die teure Überfahrt in die kolonisierten Territorien Nordamerika´s dar. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts löste dieses Zwangsarbeitssystem den Sklavenhandel formell ab. Der Handel mit kolonisierten Arbeiter:innen zwischen den Plantagenökonomien sowie deren menschenunwürdige Behandlung war faktisch aber die Fortführung der Sklaverei unter humanerem Titel.

Gambia war ein Hauptdrehkreuz im transatlantischen Sklav:innenhandel. Über die Insel Kunta Kinteh wurden viele Sklav:innen vom afrikanischen Kontinent in die USA verschifft, um dort in der Baumwollindustrie zu malochen. Seit 2003 zählt die Insel zum UNESCO-Weltkulturerbe. Der US-amerikanische Autor Alex Haley erzählt in seinem Bestseller-Buch ‘Wurzeln’ die Geschichte seiner Vorfahren, die in Gambia entführt und über ebendiese Insel in die USA verschifft wurden.

Von Sizilien nach Bremen: Die Illegalisierung von Geflüchteten um des Profits willen

Wie brüchig dieses ganze Arbeitsarrangement ist, zeigt sich, wenn der ‘Vertragsknecht’ nicht mehr profitabel ist. 2019 verletzt sich Almami, nichts Ungewöhnliches im Profifußball. In seinem speziellen Fall löst der Verein jedoch seinen Vertrag auf. Als dies geschieht, rät Almamis Agent ihm, nach Bremen zu gehen, um sich in einem neuen Team zu bewähren. Zu diesem Zweck, oder der sogenannten Gelegenheit, wird er illegal – da sein erstes Ankunftsland Italien war – per Bus nach Deutschland geschickt. Nachdem er tatsächlich einige Zeit bei einer Mannschaft in Bremen spielen kann, greift ihn die Polizei wegen fehlender Papiere und wahrscheinlich auch wegen racial profiling auf. Almami wird daraufhin in eine andere Geflüchtetenunterkunft gebracht. Mittlerweile lebt er dort glücklicherweise nicht mehr, sondern hat eine WG gefunden. Leider hört der Kampf um sein Recht auf Anerkennung als legaler Mensch an dieser Stelle nicht auf. Derzeit zweifeln die deutschen Behörden sein Alter an. Das tun sie aus naheliegenden Gründen, denn eine Abschiebung von unbegleiteten Geflüchteten unter 18 Jahren ist in der Regel illegal.18 Wie auch immer, eine Chance, sein Alter zu bestätigen, wäre sein Fußballprofil auf „tuttocampo“, einer Art Jobbörse für Fußballer. Das Problem ist, dass sein Profil, mit seinen Daten und Torbilanzen, durch den Namen und das Bild eines anderen Spielers ersetzt wurde:

„Ich existiere dort nicht mehr.” Auch in der gambischen Botschaft in Italien, von der er zur legalen Fußballturnierteilnahme seinen Pass über seinen damaligen Agenten erhält, findet sich heute keine Akte mehr. Dasselbe gilt für Sizilien, wo er erst registriert ist und wo ihn mysteriöser Weise auch sein Agent 2017 entdeckt. Am Telefon bestätigen die gambischen Behörden Almami, dass ihm in Italien definitiv ein Pass ausgestellt wurde.

Ich existiere dort
nicht mehr.

Almami

Ich existiere dort
nicht mehr.

Almami

„Ich existiere dort nicht mehr.” Auch in der gambischen Botschaft in Italien, von der er zur legalen Fußballturnierteilnahme seinen Pass über seinen damaligen Agenten erhält, findet sich heute keine Akte mehr. Dasselbe gilt für Sizilien, wo er erst registriert ist und wo ihn mysteriöser Weise auch sein Agent 2017 entdeckt. Am Telefon bestätigen die gambischen Behörden Almami, dass ihm in Italien definitiv ein Pass ausgestellt wurde.

Wie kann es dann sein, dass es nirgendwo in Italien eine Akte gibt? Spätestens hier wird die kriminelle Energie des Business Fußballmigration nicht mehr schwammig, sondern glasklar. Almami vermutet, dass der Agent ihn nach seiner Verletzung nach Bremen schickt, um ihn loszuwerden. So kann er sein digitales Spielerprofil leicht abändern und das Geschäft wie gewohnt fortführen:

Sie machen dir vor, dass du ein guter Spieler bist, aber in ihrem eigenen Interesse. Wenn sie mit dir fertig sind, schmeißen sie dich weg und suchen sich einen anderen.

Almami

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Da Almami in Deutschland ist und der Fußball-Agent um seine prekäre Asylsituation weiß, steht der Verdacht einer kalkulierten Handlung im Raum: Wer würde Almami schließlich seine Geschichte glauben oder sich für sie interessieren? Seitdem hat er nie wieder etwas von dem Agenten gehört, der ihn auch in den sozialen Medien blockiert.

Nach all dem, was passierte, spielt Almami immer noch Fußball. Und zwar immer dann, wenn er unglücklich ist. Außerdem nutzt er jetzt seine Energie, um Rap-Musik zu machen. Nachdem wir einige seiner kraftvollen Songs belauschen durften, sind wir sicher, dass wir hier nicht zum letzten Mal von Almami hören.

Autor:
Joschka
In Zusammenarbeit mit Almami

Quellen

  1. Spiegel Online: Botschaft an Katar – Norwegens Fußballer setzen sich für Menschenrechte ein (24.03.2021), abgerufen unter https://www.spiegel.de/sport/fussball/wm-qualifikation-norwegens-fussballer-demonstrieren-fuer-menschenrechte-botschaft-an-katar-a-7aa46a49-ed9c-454d-8d03-40c756150522. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  2. Sportschau, Aust, Dorian: Proteste für Menschenrechte – alles abgesegnet? (30.03.2021), abgerufen unter https://www.sportschau.de/fussball/nationalmannschaft/menschenrechts-proteste-in-wm-quali-mehren-sich100.html. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  3. Human Rights Watch: How Can We Work Without Wages? Salary Abuses Facing Migrant Workers Ahead of Qatar’s FIFA World Cup 2022. Summary.  (24.08.2020), abgerufen unter https://www.hrw.org/report/2020/08/24/how-can-we-work-without-wages/salary-abuses-facing-migrant-workers-ahead-qatars. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  4. Gambino, Ferruccio/Sacchetto, Devi (2009): Die Formen des Mahlstroms. Von den Plantagen zu den Fließbändern. In: van der Linden, Marcel / Roth, Karl-Heinz (Hg.): Über Marx hinaus. Berlin/Hamburg: Assoziation A, S. 115-153.
  5. Georgi, Fabian (2019): Kämpfe der Migration im Kontext. Die Krisendynamik des europäischen Grenzregimes seit 2011. In: Wissel, Jens / Keil, Daniel (Hg.): Staatsprojekt Europa. Eine staatstheoretische Perspektive auf die Europäische Union (Reihe Staatsverständnisse, Bd. 137). Baden-Baden: Nomos, S. 205-227.
  6. Bialasiewicz, Luiza (2012). Off-shoring and Out-sourcing the Borders of EUrope: Libya and EU Border Work in the Mediterranean, Geopolitics, 843–866.
  7. GIZ: Von der Pike auf: Junge Marokkaner lernen im deutschen Hotel- und Gastgewerbe (21.08.2018), abgerufen unter https://www.giz.de/de/mediathek/68745.html. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  8. GIZ: Triple Win: Tausendste Pflegekraft nimmt Arbeit in Deutschland auf (31.07.2017), abgerufen unter https://www.giz.de/de/mediathek/55638.html. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  9. European External Action Service: Europäische Nachbarschaftspolitik ENP (08.02.2021), abgerufen unter https://eeas.europa.eu/diplomatic-network/european-neighbourhood-policy-enp/330/european-neighbourhood-policy-enp_en.Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  10. UNHCR: Sport Partners (2021), abgerufen unter https://www.unhcr.org/sport-partnerships.html. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  11. Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimar BMI: Intergration durch Sport (2021), abgerufen unter https://www.bmi.bund.de/DE/themen/heimat-integration/integration/integration-sport/integration-sport-node.html. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  12. Network fare: Inspire (2021) abgerufen unter https://refugeesandfootball.org/inspire. Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  13. FIFA (2010): Regulations on the Status and Transfer of Players. Zurich. Abgerufen unter Status and Transfer 2010_INHALT.indd (fifa.com). Zuletzt besucht am 21.04.2021.
  14. Esson, James (2015): Better Off at Home? Rethinking Responses to Trafficked West African Footballers in Europe. In: Journal of Ethnic and Migration Studies. 41 (3).
  15. Brot für die Welt: Europa hat die tödlichste Außengrenze der Welt (20.06.2017), abgerufen unter https://www.brot-fuer-die-welt.de/blog/2017-europa-hat-die-toedlichste-aussengrenze-der-welt/. Zuletzt besucht am 26.04.2021.
  16. Weyand, Jan (2014): Klasse, Klassenkampf, Geschichte. In: Artus, Ingrid et al. (Hg): Marx für SozialwissenschaftlerInnen. Wiesbaden: Springer, S. 51-81.
  17. Northrup, David (1995): Indentured labor in the age of imperialism, 1834–1922. Cambridge: Cambridge University Press.
  18. Aufenthaltsgesetz: Kapitel 5, Abschnitt 2, § 58. abgerufen unter https://dejure.org/gesetze/AufenthG/58.html. Zuletzt besucht am 28.04.2021.

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