Pferdekutsche am Strand

Covid-19 im Senegal: Chronik eines Gemeinschaftsakteurs

Covid-19 im Senegal:
Chronik eines
Gemeinschafts
akteurs

Herr Seye, Gemeinschaftsakteur und Influencer in der Stadt Rufisque im Senegal berichtet über die außergewöhnliche Rolle, die der Zusammenhalt lokaler Akteure bei der Bewältigung der Covid-19-Pandemie spielt.

21.10.2020

Senegal

Hauptstadt: Dakar
Sprachen: Etwa 28 Landessprachen, darunter die am häufigsten gesprochene Sprache Wolof; die Amtssprache ist Französisch
Einwohnerzahl: ca. 16 Millionen

 

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Senegal Streetart
© Masdo RBS

Unser Gesprächspartner ist Herr Souleymane Seye im Senegal, genauer gesagt in der Stadt Rufisque, unweit der Hauptstadt Dakar. Er hat uns die Gelegenheit gegeben, sich mit ihm über seine Aktivitäten vor Ort auszutauschen und darüber, wie die sozialen und lokalen Akteure mit den Auswirkungen und Folgen der Covid-19-Pandemie umgehen. Herr Seye ist Biologe und engagiert sich freiwillig in einer Vielzahl von Gemeinschaftsverbänden und -initiativen: Er ist Koordinator des Vereins NDAM Rek Team (übersetzt: das Gewinnerteam); Referent für Gesundheit und Umwelt der Organisation Mouvement Social Actions2 ; Zuständiger für das Gesundheitskomitee des Nachbarschaftsverbands Ndunkou Valda (Name eines Stadtteils in Rufisque); Mitglied und Manager in der Basketballmannschaft Teunguet Basket3 ; Mitglied der Organisation Solidarité Rufisquoise4 und gleichzeitig stellvertretender Vorsitzender des Vereins Aar sa Bop, Aar sa Kogn (übersetzt: beschütz dich und du beschützt deine Gesellschaft).

25 km vor Dakar gelegen, stellt Rufisque zwangsläufig den Durchfahrtsort zur Hauptstadt dar. Die Stadt  heißt „Teung-Guedj“ in Wolof und wurde ursprünglich von Fischern gegründet. Als ehemaliges portugiesisches Handelskontor wurde der Ort Rufisco genannt, was rio fresco (frischer Fluss), refresco (erfrischende Oase) oder auch rio fusco (schwarzer Fluss) bedeuten könnte. Im Juni 1880 wurde Rufisque, ebenso wie Dakar, die Insel Gorée und Saint-Louis, von Frankreich unabhängig erklärt, während Senegal eine französische Kolonie blieb. Damals besaßen die Bewohner von Rufisque die französische Staatsangehörigkeit.5

Interview mit Herrn Seye

Am 11. September 2020 lag die Bilanz der Pandemie bei mehr als 14.193 positiven Fällen, davon 10.350 geheilten und 293 Todesfällen. Könnten Sie die von der senegalesischen Regierung ergriffenen Maßnahmen erläutern und einordnen, wie diese in Rufisque aufgenommen wurden?

Wie in vielen Städten der Welt sind auch wir nicht von der Corona-Pandemie verschont geblieben. Anfang März 2020 hat die senegalesische Regierung Maßnahmen zur Bewältigung der Pandemie ergriffen. Als erstes wurde eine Warneinheit unter der Leitung des Ministeriums für Gesundheit und Soziales eingerichtet, deren Aufgabe es ist, alle Pandemie-spezifischen Warnungen auf nationaler Ebene zu sammeln. Kurz darauf haben das Pasteur-Institut in Dakar und das Institut für Gesundheitsforschung jeweils ein Labor für Verdachtsfälle eingerichtet. Außerdem wurden in allen Regionen im Senegal ambulante Labors und Screening-Zentren bereitgestellt. Darüber hinaus hat der Staat Behandlungszentren eingesetzt, in denen positive Fälle und Kontaktfälle unter Quarantäne gestellt werden. Für die asymptomatischen Fälle wurden ebenfalls Hotels und Einrichtungen zur Verfügung gestellt.

Das Ministerium für Gesundheit und Soziales sensibilisiert die Bevölkerung, die Hygieneschutzmaßnahmen und Abstandsregeln einzuhalten, insbesondere die Maskenpflicht, die jetzt im öffentlichen Raum und in Krankenhäusern gilt. Transparente Kommunikation und Information über diese Pandemie sind dabei von entscheidender Bedeutung, um den Verlauf der Infektionskrankheit in unserem Land und in der Welt zu bremsen. In diesem Sinne hat das Gesundheitsministerium seit Beginn der Pandemie tägliche Pressemitteilungen veröffentlicht. Im Senegal ist ein großer Erfolg bei der Behandlung von Corona-Infizierten zu verzeichnen, der auf die Behandlung mit Chloroquin und Azithromycin zurückzuführen ist. Weitere, innovative Behandlungen wurden später mit ambulanten Antikörpern durchgeführt. Zusammenfassend handelt es sich hier um Teststudien, bei denen wir mehrere geheilte Fälle beobachtet haben. Aufgrund dieser Errungenschaft und der innovativen und kostenlosen Behandlung der Corona-Infizierten, wurde diese auch ohne die Zustimmung der WHO durchgeführt.

Könnten Sie auf die sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie sowie auf die Einschränkungen insbesondere zur Zeit der Ausgangssperre eingehen?

Am 23. März 2020 verhängte der Präsident der Republik Senegal, Macky Sall, den Ausnahmezustand sowie eine Ausgangssperre in allen Regionen von 20.00 bis 6.00 Uhr. Weitere Einschränkungen folgten kurz darauf, wie z.B. das Verbot des Personen-, Fahrzeug- und Warenverkehrs an bestimmten Orten und zu bestimmten Zeiten. In diesem Zusammenhang wurden vorübergehend öffentliche Versammlungsorte, Moscheen und andere religiöse Kultstätten geschlossen. In der Öffentlichkeit gab es zeitweise ein generelles Verbot von Festzügen, Paraden, Kundgebungen und Demonstrationen. In wirtschaftlicher Hinsicht war die wohl wichtigste Entscheidung, den mit 1000 Milliarden FCFA (zentral- und westafrikanische Währung; etwa 1 Milliarde Euro 524 Millionen) dotierten „Covid-19-Fond“ zu schaffen, von dem etwa 76 Millionen Euro für den Kauf von Nahrungsmitteln für besonders betroffene Familien vorgesehen sind. Darüber hinaus soll der Fond senegalesische Unternehmen, bedürftige Haushalte und die Diaspora finanziell unterstützen.6

Im Rahmen der Bekämpfung von Covid-19 gewährt die senegalesische Regierung der Diaspora (den Senegalesinnen und Senegalesen im Ausland) eine finanzielle Unterstützung von etwa 19 Millionen Euro. Dieser Notfallplan richtet sich unter anderem an Senegalesinnen und Senegalesen, die im Ausland leben und sich aufgrund der Gesundheitskrise in einer prekären Lage befinden, an Landsleute, die nicht von der Krisenhilfe der Aufnahmeländer profitieren, an Opfer von Covid-19 und an Familien der senegalesischen Diaspora, die im Senegal leben7. Darüber hinaus ist darauf hinzuweisen, dass die Transferzahlungen der senegalesischen Diaspora eine wichtige Rolle für die Wirtschaft des Landes spielen. Nach dem jüngsten Bericht der Weltbank über Rücküberweisungen aus der afrikanischen Diaspora ist Senegal der sechstgrößte Empfänger unter den afrikanischen Ländern. Dies entspricht 2,5 Milliarden Dollar – 10, 5% seines BIP im Jahr 20198. Somit sind die jährlichen Transferzahlungen der senegalesischen Diaspora doppelt so hoch wie die internationale öffentliche Entwicklungshilfe (ODA) und stellt heute die wichtigste Finanzierungsquelle des Landes aus dem Ausland dar9.

Wie haben Sie die Auswirkungen dieser Maßnahmen auf die Stadt Rufisque wahrgenommen?

Zunächst einmal hat der Departementsausschuss von Rufisque eine eigene Fundraising-Kampagne gestartet, bei der er finanzielle Mittel zur Bekämpfung der Pandemie seitens der Diaspora, der Unternehmen und von Mäzenen eingeworben hat. Denn natürlich war auch die Stadt Rufisque von der Ausgangssperre wirtschaftlich stark betroffen. Neben der Schließung öffentlicher Plätze, dem öffentlichen Sportverbot und der Schließung der Strände, ist die zeitweise Schließung der Märkte in Rufisque hervorzuheben, die genutzt wird, um sie zu desinfizieren. Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass sich das Virus oft auf Märkten ausbreitet, wie sich in Wuhan oder auch auf Märkten in Frankreich gezeigt hat. Außerdem wurden überall in der Stadt Händewaschvorrichtungen eingesetzt sowie umfangreiches Informationsmaterial und Hygieneprodukte verteilt. Als besonderes Merkmal in der Stadt Rufisque haben wir psychisch Kranke betreut.

In Rufisque wurde durch lokale Initiativen viel erreicht; insbesondere der Tablié-Kinder und der psychisch Erkrankten wurde sich angenommen.

Souleymane Seye

Händewaschvorrichtung in einem Stadtteil der Stadt Rufisque; Bildquelle: Souleymane Seye

Erwähnenswert ist auch die Betreuung der „Talibé-Kinder“ (Schüler der Koranschule)10. Einige von ihnen wurden zu ihren Familien zurückgeschickt, andere wurden mit täglichen Mahlzeiten und Hygieneartikeln versorgt. Sie wurden entweder in ihren „Daaras“ (Koranschulen) betreut oder in Aufnahmeeinrichtungen untergebracht11. Um sie vor der Ansteckungsgefahr zu schützen, stehen sie in ihren Koranschulen unter Quarantäne. Im Großen und Ganzen können wir sagen, dass in Rufisque durch lokale Initiativen viel erreicht wurde und sich insbesondere der Talibé-Kinder und der psychisch Erkrankten angenommen wurde.

Daara und Talibé

Daara, oder Koranschule, ist eine traditionelle islamische Bildungsinstitution, die eine wichtige Rolle im senegalesischen Bildungssystem spielt. Ihr Hauptziel ist es, den Koran zu lehren und „die geistige Entfaltung der Kinder zu fördern“. Das Wort „Daara“ kommt ursprünglich aus dem Arabischen und bedeutet „Haus“. Daara-Schüler (in der Regel nur Jungen) werden oft „Talibé-Kinder“ der traditionellen Daaras sind oft gezwungen auf der Straße zu betteln und Almosen zu suchen, während solche in modernen Daaras betreut und sich nur dem Lernen widmen dürfen.12

Halten Sie die Ergebnisse des Departementausschusses für zufriedenstellend?

Ja, denn wir haben in den letzten zwei Monaten einen Rückgang der Fälle in Rufisque beobachten können. Und dieses positive Ergebnis ist auf die Vorkehrungsmaßnahmen und Innovationen zurückzuführen, die vom Departementausschuss der Stadt Rufisque beschlossen wurden.

Können Sie uns nun vom Einsatz sozialer Akteure und lokaler Entwicklungsorganisationen berichten? Welche Aktivitäten haben sie durchgeführt und welche Ergebnisse haben Sie damit erzielt?
 
Die Maßnahmen der senegalesischen Regierung in den Bereichen Gesundheit, Soziales und Wirtschaft haben die lokalen Organisationen dazu bewegt, eine aktive Rolle bei der Bekämpfung der Pandemie zu spielen. Die Organisation NDAM Rek Team aus Rufisque, bei der ich als Koordinator arbeite, hat von Beginn der Pandemie an bemerkt, dass die Anzahl der Straßenkinder gestiegen ist. Vor allem die Talibé-Kinder werden als Verbreiter*innen des Virus wahrgenommen. Um dem entgegenzuwirken, haben wir in den Daaras der Stadt Desinfektions- und Lebensmittel verteilt und gleichzeitig Sensibilisierungskampagnen durchgeführt. Außerdem haben wir gemeinsam mit Organisationen wie La Solidarité Rufisquoise, Aar sa Bop, Aar sa Kogn und La Brigade motorisée anti Covid-19 Masken verteilt. 
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Die Sensibilisierungsarbeit ist sehr wichtig und wurde unter anderem durchgeführt, indem wir von Tür zu Tür gegangen sind, um mit den Menschen zu reden. Trotzdem war es gerade am Anfang sehr schwierig, da viele Menschen glaubten, dass die Covid-19-Pandemie nicht existiere. Dies lag daran, dass sich der Virus in Afrika erst später ausbreitete als in Asien oder Europa und es viele Fälle von Ansteckungen ohne Symptome gab.

Souleymane Seye

Welche Schwierigkeiten haben sie bei der Umsetzung von nationalen Maßnahmen und von Ihren Aktivitäten wahrgenommen?
 
Am Anfang war es schwierig die Bevölkerung zu sensibilisieren, da es sich um eine neue Krankheit handelte und wir nicht alle Informationen besaßen. Außerdem beobachteten wir auf internationalem Niveau die Verbreitung kontroverser Informationen über das Coronavirus in den Medien. Dies bereitete uns Schwierigkeiten bei der Öffentlichkeitsarbeit, während unseren Besuchen in den Stadtvierteln und bei Versammlungen mit der Bevölkerung. Hinzu kamen Schwierigkeiten bei der Beschaffung finanzieller Mittel, weshalb wir innerhalb der Organisation nach Möglichkeit auch einen persönlichen Beitrag leisten mussten. Des Weiteren bemerkten wir, dass einige Personen nach der Lockerung der nächtlichen Ausgangssperre zu ihren täglichen Gewohnheiten zurückkehrten.
 

Können Sie mehr über die digitale Sensibilisierungsarbeit erzählen? Welche Vorteile bietet sie und wo sind ihre Grenzen?

Wie Sie bemerkt haben, bin ich sehr aktiv in den sozialen Netzwerken, vor allem auf Facebook. Um die Bevölkerung zu sensibilisieren, habe ich die Challenge „Solal sa Masque“ (übersetzt: Trag deine Maske) ins Leben gerufen, die von der Organisation La Solidarité Rufisquoise übernommen und verbreitet wurde. Ziel der Challenge war es, Fotos mit Maske hochzuladen und andere Nutzer*innen ebenfalls dazu zu animieren, um ein Bewusstsein für das Tragen der Maske zu schaffen. Viele Personen haben mitgemacht, um die Information zu verbreiten. Dies war ein Erfolg, auch andere Plattformen sind schnell mit eingestiegen. Allerdings gibt es noch immer Menschen, die nicht glauben, dass es die Krankheit wirklich gibt, auch wenn wir es geschafft haben, dass junge Internetnutzer*innen sich an die Maskenpflicht halten. Nichtsdestotrotz hat die digitale Kommunikation auch ihre Grenzen, da ein Teil der Bevölkerung noch immer keinen Internetzugang besitzt und keine sozialen Medien nutzt. Deshalb führen wir unsere Sensibilisierungskampagnen auch in Präsenz durch. Wir möchten so viele Menschen wie möglich erreichen.

Challenge „Solal sa Masque“ (Trag deine Maske)

Also kann man Sie als Influencer bezeichnen?
 
Gewissermaßen ja, denn seit Beginn der Pandemie bin ich auf Facebook aktiv und versuche unentwegt zu zeigen, dass wir das Coronavirus besiegen können. Und, dass wir als junge Leute auch einen Beitrag zur Entwicklung unserer Gemeinden leisten können. Außerdem, seitdem wir wissen, dass besonders ältere Menschen vom Virus betroffen sind, ist uns bewusst, dass wir besonders Jugendliche sensibilisieren müssen. Sie sind die Gesellschaftsschicht, die die Sicherheitsmaßnahmen nicht respektiert und somit ihre Eltern einem Risiko aussetzt. Man sagt oft, dass sich das Virus nicht selbst verbreitet, sondern dass die Menschen es verbreiten, vornehmlich die Jugendlichen. In diesem Moment ist es daher wichtig, dass wir sie über Eindämmungs- und Schutzmaßnahmen aufklären und dass sie sich an das Tragen der Maske gewöhnen.

„Wir müssen als Gemeinschaft handeln“

Wie ist Ihre aktuelle Wahrnehmung vor Ort über die noch immer existierende Pandemie? Welche Verbesserungsvorschläge  würden Sie der Regierung und den lokalen Organisationen unterbreiten?
 

Während unserer Sensibilisierungskampagnen haben wir bemerkt, dass viele Menschen, die aus Behandlungszentren zurückkamen, stigmatisiert wurden. Um dem entgegenzuwirken, gilt unser Augenmerk der Kommunikation: Wir möchten der Bevölkerung erklären, dass die Krankheit nichts ist, wofür man sich schämen muss und dass Covid-19 mit der richtigen Behandlung in einigen Tagen geheilt werden kann. Außerdem müssen wir unsere Wirtschaft wieder ankurbeln und dies muss durch die Solidarität zwischen den Bürger*innen passieren. Wir haben den Verlust vieler Arbeitsstellen wahrgenommen, zum Beispiel von Schneider*innen. Unserer Organisationen haben beschlossen, die Betroffenen zu unterstützen, indem sie ihnen Aufträge zur Herstellung von Masken gegeben haben, um die Phase der Pandemie zu überstehen. In ähnlicher Weise benötigen wir eine komplette Wiederbelebung aller sozio-ökonomischen Aktivitäten.

Es gibt drei Kategorien von Menschen: die, die geben können, die, die vor Ort anpacken können und die, die strategisch denken können. Jeder muss auf seine Weise handeln, um die Gesellschaft positiv zu beeinflussen. 

Souleymane Seye

Die Pandemie hat noch viele weitere Sektoren unserer Gesellschaft geschwächt, wie zum Beispiel das Bildungs- und Gesundheitswesen. Deshalb sollte man (im Bildungssektor) Ferienkurse oder Nachhilfe anbieten, damit die Schüler*innen den verpassten Stoff aufholen können. Im Bereich Gesundheit ist es wichtig, dass wir unsere Krankenhäuser und Gesundheitszentren stärken. Doch ich denke, dass wir nicht mehr auf den Staat warten sollen; er kann sich nicht um alles kümmern. Wir müssen als Gemeinschaft handeln. Wie man so oft sagt: Es gibt drei Kategorien von Menschen: die, die geben können, die, die vor Ort anpacken können und die, die strategisch denken können. Jeder muss auf seine Weise handeln, um die Gesellschaft positiv zu beeinflussen.

Die Bevölkerung im Senegal ist nicht nur von der Covid-19-Pandemie betroffen, sondern leidet auch an den Folgen von Überschwemmungen.

Am Samstag, den 05.09.2020, fielen heftige Regenfälle im gesamten senegalesischen Gebiet. Dies führte zu massiven Überschwemmungen, die unter anderem Rathäuser, Sanitäreinrichtungen, Straßen und Privathäuser verschlungen. Fast alle Regionen Senegals, insbesondere die Region Dakar und ihre Vororte, haben eine schwere Bilanz gezogen. Denn an einem Tag regnete es so viel wie in einer gesamten Regenzeit von 3 Monaten: 16.798 Opfer (5.879 Männer und 10.919 Frauen), 7 Tote, 11 betroffene Regionen, darunter 25 Departements, mehr als 102 zerstörte Häuser zwischen den Regionen Dakar und Thies und 230 zerstörte Latrinen. Unter den Betroffenen sind viele gesundheitlichen Problemen wie Malaria ausgesetzt, die auf stagnierendes Wasser und der Verbreitung von Moskitos zurückzuführen sind. Auf dieser Grundlage leitete der Präsident der Republik den nationalen Notfallplan der Hilfsorganisationen (ORSEC) ein, um den Opfern zu Hilfe zu kommen.13,14

Welche Perspektiven sehen Sie für lokale Organisationen und soziale Akteure, für den Senegal und im Besonderen für die Stadt Rufisque nach der Covid-19-Pandemie?
Es ist wirklich schwer, neben Covid-19 auch gegen die Überschwemmungen zu kämpfen. Denn es besteht sicherlich das Risiko, dass durch die Überschwemmungen andere Krankheiten auftauchen; Krankheiten, die durch stehendes Wasser entstehen, wie z.B. Malaria, Magen-Darm-Krankheiten und Durchfall. Deshalb ist es wichtig, weiterhin Masken und Lebensmittel an Hilfsbedürftige zu verteilen, aber gleichzeitig auch Moskitonetze und Desinfektionsmittel, um Malariaerkrankungen einzudämmen.
Alles basiert auf der Regel der Solidarität: Wir müssen uns zusammenschließen. Unsere Kräfte für das Wohlergehen der Gesellschaft zu bündeln, macht die Stärke gemeinschaftlicher Arbeit aus. Wir sind stark, wenn wir alle den gleichen Kampf führen.
Alles basiert auf der Regel der Solidarität: wir müssen uns zusammenschließen. Unsere Kräfte zu bündeln, macht die Stärke gemeinschaftlicher Arbeit aus.

Souleymane Seye

Quellen

  1. Monument de la Renaissance:
  2. Dakarpresse: Mouvement Social Actions: Le modèle novateur du Pr Daouda Ndiaye: https://www.dakarpresse.com/societe/mouvement-social-actions-le-modele-novateur-du-pr-daouda-ndiaye/. Zuletzt besucht am 07.10.2020.
  3. Journal Online Enquête Plus: http://www.enqueteplus.com/content/basket-developpement-des-jeunes-talents-rufisque-se-dote-de-sa-premi%C3%A8re-acad%C3%A9mie. Zuletzt besucht am 08.10.2020.
  4. Association Solidarité Rufisquoise“: https://sunugox.info/dk/rufisque-covid-19-solidarite-rufisquoise-distribue-2000-masques/.  Zuletzt besucht am 07.10.2020.
  5. Warefu Askan Wi: Connaitre la ville de Rufisque:
    https://warefuaskanwi.jimdofree.com/rufisque/. Zuletzt besucht am 04.10.2020.
  6. Institut de recherche en santé, de surveillance épidémiologique et de formation (IRESSEF):
  7. Myafricainfos:
  8. D’Aoust Sophie: Écoles franco-arabes publiques et daaras modernes au Sénégal : hybridation des ordres normatifs concernant l’éducation, S. 313-338:
    https://journals.openedition.org/cres/2428. Zuletzt besucht am 16.10.2020.
  9. Charlier Jean-Émile: Les écoles au Sénégal: de l’enseignement officiel au daara, les modèles et leurs répliques in „Cahiers de la recherche sur l’éducation et les savoirs: revue internationale de sciences sociales“ 3 (2004), S. 35-55: https://journals.openedition.org/cres/1369. Zuletzt besucht am 16.10.2020.
  10. ebd.
  11. iGFM: Bilan des inondations au Sénégal:
  12. Seneweb: Inondations au Sénégal:

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